11 Aug 2016

Shape your working mind!

Bei Hinderling Volkart lieben und leben sie das Web – und geben mächtig Gas. Das heimste der Zürcher Agentur etliche Preise ein, hat aber auch seinen Preis: hoher Erfolgsdruck und viel sitzende Arbeit am Bildschirm oder am Smartphone. Zum Glück sind die Chefs auf Zack, wenn es um die Work-Life-Balance geht.

Sie lancierten Anfang Jahr – zur Abwechslung zu Darts und Tischfussball – ein Firmenyoga für Kerle. Einmal pro Woche lautete die Devise: sein statt tun, Atem- statt Kopffülle, Spannkraft statt Verspanntheit. Die Firma bezahlt die Hälfte der Kurskosten. Ein Modell, das Sinn macht, weil es Wertschätzung zeigt und die Selbstverantwortung stärkt.

Gemäss David Bosshard vom GDI sind die Burn-out-resistenten Arbeitnehmer von heute ihre eigenen Happiness Manager: leistungsbereit und engagiert, aber nicht um jeden Preis. Ihr Lebensglück betrachten sie ganzheitlich. So neu ist das nicht: Schon die alten Yogis wussten, dass ein ausbalanciertes Innenleben glücklicher macht als Geld, Erfolg oder Macht.

Ich stelle immer wieder fest, dass viele ihre Work-Life-Balance besser in den Griff kriegen wollen, aber nicht wissen wie. Yoga leistet da wertvolle Unterstützung, weil es die Selbstwahrnehmung verfeinert. Was dazu führt, dass ich meine Belastungsgrenze früher erkenne, ohne mir den Kopf einzurennen. Oder dass ich mich nicht mehr wundere, warum mir der Rücken wehtut, wenn ich stundenlang krumm vorm Computer sitze.

Empowerment heisst das heute. Das gibts – neben Entschleunigung und Fitnesstraining – beim Corporate Yoga. Einziges Handicap: Es braucht wie beim Golfspielen eine kontinuierliche Praxis. Bei Hinderling Volkart gibts mittlerweile ein paar Yogafans und es sieht ganz nach einer dritten Staffel Ende Sommer aus – dann nicht nur für Kerle.