29 Feb 2016

Worum geht’s?

Worum geht’s eigentlich im Yoga?
Gute Frage. Immer mehr Menschen praktizieren Yoga und merken, dass es ihnen guttut. Und alle haben ihre eigene Filosofie, warum das so ist. Meine lautet so: Yoga geht durch den Körper und zielt auf den Geist. Nimm den Computer als Vergleich: Je besser du dich auskennst auf der Benutzeroberfläche und mit den Programmen, desto versierter kannst du damit umgehen.

Was hat das mit Yoga zu tun?

In dir drin läuft auch eine Art Betriebssystem. Aber du bist dir dessen nicht bewusst. Du arbeitest weiter, obwohl dein Arbeitsspeicher voll ist. Du kannst Bereiche deines Körpers nicht mehr ansteuern, weil dir der Zugriff fehlt. Du merkst nicht, dass permanent Programme im Hintergrund laufen, die dich ablenken. Yoga ist wie eine Computerschulung für das menschliche Betriebssystem.

Klingt spannend. Ich höre immer wieder, im Yoga geht’s um Beweglichkeit.

Das denken viele. Es geht mehr um Festigkeit als um Beweglichkeit. Bei den meisten Menschen ist das Denken viel zu beweglich, sprich unruhig und sprunghaft, und der Atem ziemlich unbeweglich. Deshalb lernst du zuerst, deine Aufmerksamkeit und deinen Atem zu lenken – wie ein Dirigent sein Orchester. Dem Geist bringst du bei, weniger Unruhe zu stiften. Dem Atem bringst du bei, sich wieder freier zu bewegen. Beides steuerst du über den Körper und deine Sinne. Wenn du das gut beherrscht, lockerst du die Zügel – da beginnt die Transformation.

Wie lange dauert’s, bis ich dahinkomme?

Eine Schnellbleiche gibt’s nicht. Yoga braucht ein bisschen Biss, eine Portion Geduld und kontinuierliches Üben. Die ersten positiven Veränderungen werden sich in deinem Alltag ziemlich rasch einstellen: Du bist vielleicht weniger verspannt, schläfst besser, kannst leichter abschalten, regst dich nicht so schnell auf oder fühlst dich einfach wohler in deiner Haut. Tiefere Haltungs- und Verhaltensmuster zu ändern dauert etwas länger. Wenn du stetig übst und an den Wandel glaubst, wirst du solche Transformationen erleben. Und ich sage dir aus eigener Erfahrung: Es lohnt sich!

Fotograf: Zeljko Gataric, Gataric Fotografie
Mit Martin Arnold, SHAPE YOUR MIND Yogi, in seinem Ristorante Certo (mein Lieblingsitaliener)